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Landtagspräsidentin Muhterem Aras besucht die Weibertreuschule in Weinsberg
Demokratie lebt vom Mitmachen – eindrucksvolle Botschaft an die junge Generation
Weinsberg – Hoher Besuch an der Weibertreuschule: Landtagspräsidentin Muhterem Aras war zu Gast, begleitet von den Vertreterinnen und Vertretern der Landtagsfraktionen aus dem Wahlkreis Neckarsulm: Frau Isabell Huber (CDU), Herr Klaus Ranger (SPD), Herr Armin Waldbüßer (Grüne) und Frau Carola Wolle (AfD). Frau MdL Aras sprach zu ausgewählten Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 bis 10, die für Ende Januar 2026 eine Vollversammlung an ihrer Schule vorbereiten. Initiiert und organisiert wurde diese Begegnung von den beiden Schulsozialarbeiterinnen der Schule, Frau Gaby Heiß und Frau Lisa Baldak.
Die Schülersprecher Edvin Sulejmanoski und Sila Yilmaz begrüßten die Gäste und stellten die Weibertreuschule vor, deren Schülerschaft aus 28 Nationen stammt – ein lebendiges und gelebtes Beispiel für Vielfalt. Auch Schulleiterin Rita Eichmann und Bürgermeisterin Birgit Hannemann richteten Grußworte an die Anwesenden. Beide betonten, wie wichtig es sei, Demokratie nicht als selbstverständlich hinzunehmen, sondern sich aktiv einzubringen.
Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit
In ihrer Rede erklärte Muhterem Aras die Arbeit des Landtags und berichtete, wie sie selbst Landtagspräsidentin wurde. Diese Funktion vergleicht sie mit der eines Schiedsrichters: Im Landtag dürfe und solle es auch kontrovers zugehen, aber der Respekt voreinander und dem Parlament müsse gewahrt bleiben.
Offen sprach sie über ihre persönliche Migrationsgeschichte: Mit zwölf Jahren kam sie aus Ostanatolien nach Deutschland. Ihren Eltern ist sie dankbar, für deren Mut und Weitsicht, in Deutschland konnte sie studieren und als Frau selbstbestimmt ihren Weg gehen.
Ihre Politisierung begann in den 1990er Jahren, ausgelöst durch die rassistischen Anschläge in Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen. Nach anfänglicher Schockstarre begann sie, sich politisch zu engagieren: Die Offenheit und Akzeptanz, die sie in Deutschland erfahren hatte, wollte sie sich nicht durch Rechtsextremisten nehmen lassen.
Klare Worte zu aktuellen Konflikten
Im Gespräch mit den Jugendlichen machte Aras deutlich: Demokratie ist weltweit keine Selbstverständlichkeit. In vielen Ländern riskieren Menschen ihr Leben für freie Wahlen und Meinungsfreiheit. Sie kritisierte den Umgang des türkischen Präsidenten Erdoğan mit Systemkritikern ebenso wie den Terror der Hamas und die Politik Netanyahus gegenüber den Palästinensern. Aras forderte, die Rechte sowohl der Juden als auch der Palästinenser zu achten und warnte davor, Menschen, die sich für Palästinenser einsetzen, pauschal als Antisemiten zu verurteilen. Antisemitismus und Rassismus bekämpft sie entschieden.
Appell an die Jugend
Die Landtagspräsidentin rief die Schülerinnen und Schüler dazu auf, gegen Alltagsrassismus und Antisemitismus einzuschreiten. Generationen dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssten gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit finden. Aras zeigte sich beeindruckt vom Engagement der jungen Generation: „Viele sagen, früher war alles besser. Ich begegne vielen jungen Menschen, die sich einbringen und Verantwortung übernehmen.“
Authentisch und nahbar vermittelte Muhterem Aras ihre Botschaft: Demokratie lebt vom Mitmachen – und es lohnt sich, sich für ihre Werte stark zu machen. Konsequent ermutigte sie alle Zuhörer, am 8. März 2026 zur Wahl zu gehen und die Parteien zu stärken, die für die Grundwerte unserer Verfassung stehen. Bereits 16-Jährige dürfen bei der nächsten Landtagswahl in Baden-Württemberg erstmals ihre Stimme abgeben.